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Libanon als Modell für Nachkriegs-Syrien?

Der folgende Artikel ist kürzlich bei Shabka erschienen , wurde aber bereits im Februar fertiggestellt und ist deshalb in vielerlei Hinsicht überholt. Meine Argumentation hinsichtlich der libanesischen "Vorbildwirkung" ist aber genauso plausibel oder unplausibel wie vor einigen Monaten. Mit der militärischen Intervention Russlands ist in Syrien eine neue Dynamik entstanden, die dazu geführt hat, dass tatsächlich Chancen für einen Waffenstillstand bestehen. Glaubt man US-Außenminister Kerry , dann standen die Chancen für einen Waffenstillstand überhaupt noch nie so gut wie jetzt und das trotz der vielen Toten durch meist russische Luftangriffe in den letzten Wochen. Euphorie ist keine angebracht, scheitern Waffenstillstände doch in der Regel an ihrer Umsetzung aber der Wille scheint sowohl auf der Seite der USA als auch Russlands vorhanden zu sein. Russland hat auch bereits in diesem Zusammenhang die Bereitschaft demonstriert mäßigend auf Assad einzuwirken. Vorausgesetzt ma...

Angeblicher Hisbollah-Kommandant Samir Quntar: Die Symbolfigur

Quntar (Mitte) posiert mit regimetreuen (Para-)Militärs für ein Erinnerungsfoto  im syrischen Dair ez-Zor Am 19. Dezember 2015 starb Samir Quntar bei einem israelischen Luftangriff im Damaszener Vorort Jaramana. Quntar war eine Symbolfigur – je nach Blickwinkel für den Kampf gegen Israel oder für brutalen palästinensischen Terrorismus. Sein Verhältnis zur Hisbollah und seine Rolle im syrischen Bürgerkrieg waren aber weniger eindeutig als es auf den ersten Blick erscheint.  Samir Quntars Mythos beginnt in den 1970er Jahren während des libanesischen Bürgerkrieges. Eher untypisch für einen Drusen und wohl auch gegen Widerstände in seiner Umgebung schloss er sich als Teenager der Palästinensischen Befreiungsfront (PLF) an und nicht der Progressiven Sozialistischen Partei des legendären Drusenführers Kamal Jumblatt. 1979 war er Teil einer Kommandoaktion im nordisraelischen Nahariya und nahm einen Vater mit seiner vierjährigen Tochter als Geisel. Quntar tötete beide, das Mädc...

(K)ein politischer Besuch: Der maronitische Patriarch in Israel

(K)ein politischer Besuch: Der maronitische Patriarch in Israel von Tobias Lang, Alsharq Die Reise des Oberhaupts der größten libanesischen Kirche nach Israel stellte auf vielen Ebenen einen Tabubruch dar. Die Hisbollah warf Patriarch Bischara al-Ra’i vor, die Beziehungen mit dem südlichen Nachbarn zu normalisieren und ehemalige Kämpfer der Südlibanesischen Armee getroffen zu haben. Politisch brisant war der Besuch zudem, weil Israel die „Entarabisierung“ der christlichen Bevölkerung zuletzt forcierte. Von Tobias Lang An Patriarch al-Ra‘is Reiseplänen im Rahmen des Papstbesuchs hatten besonders linke und Hisbollah-nahe Medien heftige Kritik geübt. Die Hisbollah selbst versuchte noch, den Patriarchen von seiner Reise abzubringen – ohne Erfolg. Al-Ra‘i hat sich schon häufig als stur und beratungsresistent erwiesen: Kurz nach seinem Amtsantritt etwa hatte er durch eine Reise nach Damaskus mit der anti-syrischen Linie seines Vorgängers gebrochen und somit den anti-syrisc...
Lukas Wank hat für das Internetportal Shabka mein Buch "Die Drusen in Libanon und Israel" rezensiert. This land is my land, this land is my land , von Lukas Wank, Shabka  

Wenn westliche Konservative pro-Assad Kirchenvertreter hofieren

Um die Gefahr, die Islamisten für die Christen im Nahen Osten darstellen, zu veranschaulichen werden gerne Kirchenvertreter herangezogen. Gegen diese Praxis ist prinzipiell nichts einzuwenden, allerdings sollte man sich immer genau ansehen mit wem man es hier zu tun hat. Im Fall von Syrien stehen Kirchenvertreter, die besonders laut und schrill die Gefahren für Christen anprangern, oftmals in einem Naheverhältnis zum Assad-Regime. Ein prominentes Beispiel ist sicherlich die Nonne Agnes Mariam de la Croix, die ganz offensichtlich Propaganda für das Regime im Ausland betreibt und der schon so mancher Journalist auf den Leim gegangen ist. So kann es leicht passieren, dass sich westliche Konservative auf diese Kirchenvertreter beziehen, ohne freilich zu wissen, welche politische Agenda diese befolgen. Oftmals vertreten diese Geistlichen Positionen hinsichtlich Assad, Hizballah oder auch Israel, die sie eigentlich von selbst als Gesprächspartner ausschließen würden, wie Michael Weiss für ...
Update: Hizballah in Qalamun Unterdessen kann die Beteiligung von Hizballah an der Offensive in Qalamun als gesichert angesehen werden. YA LIBNAN : "20 Hezbollah fighters killed in Qalamoun, Syria battles" SPIEGEL ONLINE : "Bürgerkrieg in Syrien: Die Schlacht um die Höhlen von Kalamun"

Offensive von Regierungstruppen und Hizballah im Qalamun-Gebirge

Derzeit ist eine Offensive von syrischen Regierungstruppen im Qalamun-Gebirge im Gange. Mit großer Wahrscheinlichkeit unter  Beteiligung von  Hizballah - handfeste Beweise gibt es aber (noch) nicht.  Das Qalamun-Gebirge liegt nördlich von Damaskus, ist ein Teil des Anti-Libanon und grenzt direkt an die libanesische Biqa ʿ -Ebene.  Nach der Eroberung von Qusair, wäre das ein weiterer massiver Einsatz von  Hizballah  direkt an der libanesischen Grenze.   Al Arabiya  gibt die Zahl der involvierten  Hizballah -Milizionäre mit 15 000 an, was aber stark übertrieben sein dürfte. Bisher wurde die Teilnahme an den Kämpfen   in Qalamun von  Hizballah  nicht o ffiziell eingestanden . Karte, die auf pro-Asad Seiten zirkuliert Der Ort Qara befindet im Zentrum der Gefechte und wurde bereits von der syrischen Luftwaffe bombardiert. Das Regime bietet auch deshalb große Ressourcen auf, da hier  die strategisch wichtige Auto...

Libanesischer Alawitenführer angeklagt

Der Konflikt zwischen Sunniten und Alawiten in Tripoli, der zweitgrößten Stadt des Libanon, reicht bis weit in den Libanesischen Bürgerkrieg zurück. Im Zuge der Auseinandersetzungen zwischen pro- und anti-syrischen Kräften 2008 hat sich der alte Konflikt zwischen den Stadtvierteln Jabal Mushan (alawitisch) und Bab at-Tabbana (sunnitisch) wieder militarisiert und seit dem Ausbruch des Bürgerkrieges in Syrien weiter intensiviert. Mit der Anklage gegen den Alawitenführer  ʿ Ali  ʿ Aid (Eid) von der Arabisch Demokratischen Partei in Zusammengang mit den  Bombenanschlägen auf zwei Moscheen in Tripoli vergangenen August  erreicht der Konflikt eine neue Ebene. The Daily Star : " Eid charged with role in Tripoli blasts" Now. : " Alawite Mufti: Summoning   of Eid ‘unacceptable’" ʿ Ali  ʿ Aid mit dem alawitischen Mufti des Libanon Scheich Asad  ʿAsi

Hizballah befürchtet Anschläge während Aschurafest und pflegt Kontakte zu Junblat

Nach den Bombenanschlägen in Hizballah-Hochburgen im Juli (9 Tote 53 Verletzte) und August (22 Tote 325 Verletzte) befürchtet die schiitische Miliz nun Anschläge während des Aschurafestes Mitte November, berichtet das Internetportal Naharnet unter Berufung auf die libanesische Tageszeitung al-Joumhouria . Während des Aschurafestes gedenken die Schiiten der Schlacht von Kerbala und des Martyriums des Kalifen Husain. Es ist der höchste schiitische Feiertag und teilweise durch Hizballah propagandistisch vereinnahmt. Laut demselben  Bericht gibt es auch nach wie vor intensive Kontakte zwischen Hizballah und der Progressiven Sozialistischen Partei (PSP) des Drusenführers Walid Junblat: Meanwhile, Hizbullah sources revealed to the daily that contacts are ongoing between the party and Progressive Socialist Party leader MP Walid Jumblat over a number of issues. The contacts are being held between caretaker Ministers Wael Abou Faour and Ghazi al-Aridi and MP Akram Shehayeb, r...